Grundlagen der Drogensucht

Der Begriff der Sucht wird nach der ICD-10 Klassifikation der WHO mit einer Gruppe von Verhaltens-, kognitiven und körperlichen Phänomenen definiert, welche von Verlangen nach Substanzkonsum - gegenüber anderen Verhaltensweisen - dominiert werden. Neben den biologischen Vorgängen im Körper können auch Persönlichkeitsmerkmale und das soziale Umfeld zu einer Substanzabhängigkeit führen bzw. das Suchtverhalten beeinflussen.

Für eine Diagnose werden sechs Kriterien herangezogen, die auf eine Sucht hinweisen - davon müssen mindestens drei im vorangegangenen Jahre erfüllt worden sein: 

  1. Starker Wunsch/Zwang Substanzen zu konsumieren
  2. Verminderte Kontrollfähigkeit während des Konsums (Beginn, Ende, Menge)
  3. Körperliche Entzugssyndrome
  4. Nachweis pharmakologische Toleranz (Abnahme der Wirkung einer Droge nach wiederholter Anwendung)
  5. Fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen
  6. Anhaltender Konsum trotz nachweislicher Schäden

Häufig steckt hinter einer Substanzabhängigkeit eine psychische Störung, die erst während einer Entzugs- oder Substitutionstherapie zum Vorschein kommt. Es ist wichtig, diese Störung zu behandeln, denn für den Drogenkranken stellt die Drogenabhängigkeit oft nichts anderes als einen Selbstheilungsversuch dar.

Quelle: ICD - 10 (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems), Klassifikation der WHO (Weltgesundheitsorganisation), Version 2014

Univ. Prof. Dr. Eckhard Beubler

»Bei der missbräuchlichen Anwendung von Opiaten wird die körpereigene Opiatproduktion eingestellt. Es kommt zu einer physischen Abhängigkeit. Substitutionsmedikamente besetzen die Opiatrezeptoren im Körper, die normalerweise von körpereigenen Opiaten besetzt sind und verhindern so Entzugserscheinungen.«

Univ. Prof. Dr. Eckhard Beubler, Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie Universität Graz