10 Jahre SHH – Schweizer Haus Hadersdorf

Im September dieses Jahres feierte das Schweizer Haus Hadersdorf sein 10-jähriges Bestehen. Gegründet wurde die Therapieeinrichtung 1997 vom Evangelischen Waisenversorgungsverein Wien und dem Verein Wobes als gemeinnützige Gesellschaft. Seit der Eröffnung im August 1998 waren insgesamt mehr als 1.000 PatientInnen in Behandlung.

Bei Musik, Kabarett und einer gelungenen, selbstironischen Aufführung der PatientInnen bot die Veranstaltung die optimale Gelegenheit einen Blick auf die Arbeit und das Leben im Schweizer Haus zu werfen. So konnte man im „Haus der Betreuung“ mehr über Kerninhalte der Therapie erfahren, im „Haus der Freunde“ gratulierten via Video Personen, die sonst eher im Hintergrund stehen, zum 10-jährigen Jubiläum und im „Haus der Kreativität“ stellten sich die Arbeitstherapien und Kreativgruppen dar.

Das SHH ist eine niederschwellige Einrichtung für Drogentherapie mit dem Ziel suchtkranken Menschen bei der Resozialisierung und auf dem Weg zur Drogenabstinenz zu helfen. Für den stationären Aufenthalt bietet die nach § 15 Suchtmittelgesetz (SMG) anerkannte Einrichtung Platz für ca. 40 Personen und ca. 30 Personen werden anschließend in dezentraler Versorgung betreut. Darüber hinaus bietet das SHH auch ambulante Therapien.

Modell „Therapie statt Strafe“

Das SHH ist eine der Therapieeinrichtungen in Österreich, welche von Gerichten zugewiesene PatientInnen nach dem Modell „Therapie statt Strafe“ (§ 39 SMG) behandelt und betreut. Die therapeutische Vorbetreuung erfolgt bereits im Vorfeld der Verhandlung. Durch ein breites und aufeinander abgestimmtes flexibles Behandlungskonzept wird die Chance auf ein straffreies Leben geboten. Natürlich steht das SHH auch freiwilligen PatientInnen offen. Die Einrichtung ist zudem auch eine der wenigen, wo Substitution auch im stationären Aufenthalt möglich ist. Die Idee hinter diesem 1998 begonnenen Konzept sieht vor, suchtkranken und straffällig gewordenen Menschen zu helfen, ein drogenfreies oder zumindest substitutionsgestütztes, stabiles Leben mit größtmöglicher Selbstständigkeit zu führen.

Wie verläuft die Behandlung?

Das therapeutische Angebot des SHH ist auf kurz- bis mittelfristige Betreuungen ausgerichtet. Die auf ein Jahr angelegte Therapie ist unterteilt in sechs Monate stationäre Behandlung  und weitere sechs Monate mit dezentraler Betreuungsstruktur, während der die PatientenInnen in Wohngemeinschaften oder eigenen Wohnungen leben, aber weiterhin in einem verpflichtende und intensiven Behandlungsprogramm stehen. Nach Beendigung des Programms können die PatientInnen auf Wunsch in ambulanter Form weiter behandelt werden. Gerade wegen der Kürze der stationären Versorgung wird dabei großer Wert auf vorbereitende und nachsorgende Maßnahmen sowie auf soziale Reintegration mit wohn- und arbeitsmäßiger Versorgung gelegt.

Angebot

Ein wichtiger Aspekt der Betreuungsangebote ist die Förderung der Lebensqualität. Es geht um die Vermittlung von Alltagskompetenz, d.h. Gesundheitsförderung, (Wieder-)Erlernen der Techniken des alltäglichen Lebens, Ernährungsberatung, Kreativität, Bildung, Freizeitgestaltung usw. Diese Angebote stehen in Verbindung mit weiteren Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, die KlientInnen an das selbständiges Arbeiten und Wohnen heranführen und unterstützen soll. Die Angebote im Detail:

  • Gruppen- und Einzeltherapie
  • Arbeitstherapie und Arbeitstraining
  • Erwerb von Alltagskompetenz
  • Lern- und Ausbildungsmöglichkeiten
  • Vielfältige Sport- und Freizeitaktivitäten, wie Schreib- und Theaterwerkstätte
  • Leben in kleinen Wohngruppen
  • Ärztliche Betreuung und Gesundheitsberatung
  • Substitution auch im stationären Bereich
  • Intensive therapeutische & sozialarbeiterische Nachbereuung
  • Ambulante Therapien

Zielgruppe:

Zur Zielgruppe zählen männliche und weibliche erwachsene Suchtkranke mit substanzgebundenen Abhängigkeiten. Durch das vergleichsweise niederschwellige Angebot steht das SHH auch Menschen offen, die sonst nicht oder nur schwer erreichbar sind.

Team:

Im SHH arbeitet ein interdisziplinäres Team, bestehend aus ÄrztInnen, SozialarbeiterInnen, PsychotherapeutInnen, PsychologInnen und ArbeitstherapeutInnen.

Geschäftsführer: Mag. Harald Spirig
Ärztliche Leiterin: Mag. Dr. Eva Resinger
Therapeutischer Leiter: Dr. Wolfgang Werdenich

Weitere Informationen unter: www.shh.at

Kontakt:

SHH Schweizer Haus Hadersdorf
Mauerbachstraße 34
A – 1140 Wien
Tel: +43 1 979 10 83

„Rückfälle gibt es in der Drogentherapie nicht, nur Vorfälle“

Dr. Eva Resinger, ärztliche Leiterin im SHH

 

[Website der Einrichtung...]