Podiumsdiskussion Drogentherapien, Bregenz,
14. November 2007

Drogentherapien – Ein emotionales Thema?
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Prim. Univ.-Prof. Dr. med. Christian Haring

Ärztlicher Leiter Primariat B des Psychiatrischen Krankenhauses Hall in Tirol

»Die Substitutionstherapie ist eine international anerkannte Therapieform opiatabhängiger PatientInnen. Sie verhindert eine Reihe körperlicher, psychischer und sozialer Folgeerscheinungen, die im Zusammenhang mit dem Konsum illegaler Substanzen auftreten.

Neben der medikamentösen Substitution ist auch eine Therapie komorbider Störungen (Anm. Begleiterkrankungen) und eine psychosoziale Begleitung unbedingt notwendig.

Derzeit kommen in Österreich vorwiegend drei Substanzen zum Einsatz: Methadon, Buprenorphin und Morphin retard. Alle drei Substanzen sollten gleichberechtigt nebeneinander stehen, die derzeit gültige Substitutionsverordnung unterscheidet allerdings zwischen Mitteln der ersten (Methadon und Buprenorphin) und zweiten Wahl (Morphin retard).

Ich plädiere dafür, dass Indikation und Verschreibung von Substitutionsmitteln alleinige Aufgabe von dafür befähigten Ärzten ist und nicht über den Verordnungsweg erfolgen darf.«

Über die Person

Univ.-Prof. Dr. med. Christian Haring ist ärztlicher Leiter des Primariats B am Psychiatrischen Krankenhaus in Hall in Tirol. Er ist außerdem Leiter der Sektion Sucht der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (ÖGPP) und Leiter der AG Suizidprävention der ÖGPP.

Neben seiner Tätigkeit als Vorsitzender der Österreichischen Gesellschaft für Suizidprävention und als Berater der WHO für nationale Suizidfragen in Vertretung Österreichs, ist Christian Haring außerdem Geschäftsführender Obmann des Vereins BIN (flächendeckende Alkoholberatung in Tirol).

Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Suizidologie, der Epidemiologie, der Neurobiologie und in der Erforschung von Abhängigkeitserkrankungen.

Nach der Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie schloss Christian Haring zudem die Master-Studien für Gesundheits- und Krankenmanagement 2002 sowie für Gesundheitswissenschaften 2003 ab. Darüber hinaus ist Haring Diplomarzt für Sozialmedizin, Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin.

Prim. Univ.-Prof. Dr. Christian Haring wurde 1953 in Leutasch geboren, ist verheiratet und Vater zweier Kinder.