Podiumsdiskussion Drogentherapien, Graz
20. November 2006

Drogentherapien – Ein emotionales Thema?
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Dr. Franz Pietsch

Bundesdrogenkoordinator und Leiter des Bereiches III
im Bundesministerium für Gesundheit und Frauen

»Sucht als Krankheit der Grenzenlosigkeit braucht klare Strukturen!

Die Bemühungen des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen (BMGF) zielen daher darauf ab, die Drogensubstitution weiter auszubauen. Dies soll durch Qualitätssicherung, Abgabesicherheit und Kontrollen, gemäß den internationalen Standards, gewährleistet werden. Klare Regeln, sowohl für substituierende Ärzte als auch für Patienten in Therapie, müssen geschaffen werden.

Es geht nicht um die Substitutionsmittel, sondern um deren kontrollierte Abgabe und gesicherte Handhabung.

Darum ist die zentrale Registrierung aller Patienten in Substitutionsbehandlung notwendig, um Mehrfachbehandlungen zu vermeiden. Zielführend sind auch die bessere Ausbildung aller in die Substitution involvierten Berufsgruppen und die Adaptierung des österreichischen Substitutionsmodells an europäischen Standards.«

Dr. Franz Pietsch
©Foto Furgler Graz

Über die Person

Dr. Franz Pietsch ist Nationaler Drogenkoordinator der Republik Österreich, Vorsitzender der Bundesdrogenkoordination sowie des Bundesdrogenforums und Vorstandsmitglied der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht.
Er leitet den Bereich III (Drogenkoordination und Rechtsfragen im Sektionsbereich) im Bundesministerium für Gesundheit und Frauen und ist stellvertretender Leiter der Sektion III (Gesundheits- und Arzneimittelwesen). Dr. Pietsch ist Mitglied der Prüfungskommission für die Amtsärzteprüfungen und Gastlehrer an diversen Akademien und Schulen; er ist Mitglied des Vorstandes des Kuratoriums des Anton-Proksch-Instituts (API) und Mitglied des Vorstandes im Kriseninterventionszentrum.Er ist auch TROIKA-Vertreter Österreichs in der ressort- und pfeilerübergreifenden Ratsarbeitsgruppe der Horizontalen Gruppe Drogen in Brüssel, deren Vorsitz er während der österreichischen EU-Präsidentschaft im ersten Halbjahr 2006 innehatte. Seit Jänner 2002 ist er Mitglied des Verwaltungsrates der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogenabhängigkeit (EBDD) in Lissabon/Portugal, deren Vorstand er seit Jänner 2005 angehört.

Er absolvierte sein Doktoratsstudium der Rechtswissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz und durchlief die Offiziersausbildung beim Österreichischen Bundesheer, dem er bis 2002, zuletzt in der Funktion des Leiters des Büros der Parlamentarischen Bundesheer-Beschwerdekommission angehörte.

Dr. Franz Pietsch ist verheiratet und Vater einer erwachsenen Tochter.