Podiumsdiskussion Drogentherapien, Graz
20. November 2006

Drogentherapien – Ein emotionales Thema?
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DSA Klaus Peter Ederer

Suchtkoordination des Landes Steiermark

»Substitutionstherapie ist eine von mehreren möglichen Formen zur Behandlung Drogenkranker. Sie geschieht in den drei Wirkungsbereichen: Notversorgung bzw. Überbrückung von Drogennotfällen, als Reduktionstherapie und als Erhaltungstherapie.

Der Grundgedanke der arzneimittelgestützten Behandlung ist es, Lebensgefahr zu bannen, den Gesundheitszustand zu stabilisieren und Kriminalität und somit Straffälligkeit einzudämmen bzw. zu verhindern. Die Substitutionstherapie ist dann sinnvoll, wenn sie verantworungsvoll, patientengerecht und in einem klaren, für die PatientInnen nachvollziehbaren Rahmen abläuft.

Die orale Substitutionsbehandlung entspricht nicht mehr ganz der Realität im Felde, da wir den intravenösen Konsum der Substitutionsmittel kennen. Hier sind wir, und vor allem auch die gesetzgebenden Körperschaften aufgefordert, über zeitgemäße Erforschung intravenöser Applikation nachzudenken, sie zu ermöglichen und die daraus resultierenden Krankenbehandlungsschritte umzusetzen.

Im langjährigen Vergleich unterschiedlicher Strategien zum Thema Drogenkrankheit greift eine akzeptierende Haltung in der Behandlung nach wie vor immer noch weiter als reine Restriktion. Krankenbehandlung heißt, Verelendung und Lebensgefahr hintanhalten.«

Klaus Peter Ederer
© Foto Furgler Graz

Über die Person

Klaus Peter Ederer ist seit 1. Jänner 2002 Suchtkoordinator des Landes Steiermark. Er erwarb sich im Laufe der Jahre Schlüsselqualifikationen in allen Bereichen der Jugendarbeit. Ederer absolvierte Ausbildungen im therapeutischen Bereich, u. a. Familientherapie, Psychotherapie, im Fachbereich der Supervision wie auch in der Organisationsberatung und –entwicklung. Seit 1983 beschäftigt sich Ederer mit dem komplexen Themenbereich der Drogen- und Suchtprävention und ist seit 1998 im Drogenfachgremium für die Steiermark vertreten.

Klaus Peter Ederer wurde 1959 in Leibnitz geboren und schloss 1981 die Akademie für Sozialarbeit des Landes Steiermark mit Diplom ab.