Podiumsdiskussion Drogentherapien, Graz
20. November 2006

Drogentherapien – Ein emotionales Thema?
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Dr. Ulf Zeder

Suchtkoordination der Stadt Graz:

»Eine Frage der Kontrolle oder des Freiwillig-Begleitet-Werdens?

Derzeit drehen sich die Diskussionen in der Drogentherapie um Kontrollmechanismen und Medikationswahl und nicht mehr um die verschiedenartigen Bedürnisse der PatientInnen und mögliche Ansätze in der Therapie. Denkbare Ansätze reichen von i.v.-Substitution bis hin zu behandlungsgebundenen Therapieverträgen.

Es gibt wenige PatientInnengruppen, die so wenig Mitsprache haben wie Substituierte. Auch fehlen ihnen direkte eigene Möglichkeiten der Interessensvertretung.

Manche PatientInnen sehen sich in eine resignative Pattsituation gedrängt: durch unreflektierte Behandlungsschienen ohne kritische Überprüfung von Zielen und Zielerreichung; durch zum Teil nicht hinreichend vertraute BehandlerInnen, ungenügend ausfinanzierte oder sogar nicht-existente Begleitbehandlungen oder Betreuungsformen. Die Folgen sind Angst vor der Substanzfreiheit, Schuldgefühle, psychiatrische Probleme, Perspektivenverlust, Einsamkeit oder Szeneanschluss.«

Dr. Ulf Zeder
© Foto Furgler Graz

Über die Person

Dr. Ulf Zeder ist ist klinischer Psychologe und Psychotherapeut. Er war lange Zeit in der Jugendarbeit tätig (Streetwort und stationäre Jugendwohlfahrt). Seit 2001 ist Zeder Suchtkoordinator der Stadt Graz. Das Thema „Schadensminimierung“ ist ein zentraler Ansatzpunkt seiner Tätigkeit.

Dr. Ulf Zeder wurde 1961 geboren.