Symposium Grundlsee: Alkohol ist das gefährlichste Suchtmittel

Die Einstellung der österreichischen Bevölkerung zu Suchtmitteln war eines der bestimmenden Themen des diesjährigen Interdisziplinären Symposiums zur Suchterkrankung, das vom 6. bis 7. März 2015 bereits zum fünften Mal im steirischen Grundlsee tagte. Dabei wurde deutlich: Österreichs größte Suchtproblematik liegt im Bereich der legalen Substanzen: Gerade junge ÖsterreicherInnen konsumieren vor allem Zigaretten und Alkohol. Innerhalb der Gruppe der Studierenden, deren Substanzmissbrauchsmuster Univ.-Prof. Dr. Gabriele Fischer (Medizinische Universität Wien) und ihr Team im Rahmen einer aktuellen Studie näher beleuchten, erweist sich Nikotin mit einem Anteil von über 38 % (bei einer Stichprobe von rund 1.900 StudentInnen in Wien und Innsbruck) als Leitdroge schlechthin.

Einen durchaus heiklen Stammplatz in der österreichischen Alltagskultur nehmen überdies Bier, Wein und Co. ein: Knapp ein Drittel der im Rahmen der Studie befragten Männer und ein Fünftel der  befragten Frauen zeigen Zeichen einer Alkoholabhängigkeit mit Abklärungsbedarf.

In Bezug auf die generelle Gefährlichkeit von Substanzen sieht Univ.-Prof. Dr. Fischer Alkohol insgesamt an erster Stelle – sowohl was die gesellschaftlichen Folgen als auch die Konsequenzen für die KonsumentInnen anbelangt. Auf Platz zwei rangieren Opiate.

Rückgang des risikoreichen Opioidkonsums bei jungen Menschen

Erfreulich ist der starke Rückgang des risikoreichen Opioidkonsums in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen. Damit gibt es weniger EinstiegerInnen in dieser Substanzgruppe. Wie nachhaltig diese Entwicklung ist und ob eine Verlagerung der Suchtproblematik auf andere Substanzen wie Cannabis oder Methamphetamin zu erwarten ist, könne, so Univ.-Prof. Fischer, aus heutiger Sicht allerdings noch nicht gesagt werden.

Legal Highs und Designerdrogen: Nur geringe Bedeutung in Österreich

Neue psychoaktive Substanzen (NPS) und Legal Highs spielen in Österreich beim Suchtmittelkonsum – im Gegensatz zu anderen EU-Staaten – nur eine untergeordnete Rolle. Laut Eurobarometer-Umfrage lag der Anteil der 15- bis 24-Jährigen, die diese Substanzen mindestens einmal im Leben konsumiert haben, mit vier Prozent knapp unter EU-Durchschnitt. Letztlich gelte es aber, die Risikoabschätzung nicht nur auf epidemiologischen Daten zu begründen, sondern auch die pharmakologisch-chemischen Eigenschaften der Substanzen zu berücksichtigen, so der Expertentenor.