Lighthouse – Verein für Menschen in Not

Ein Wohnprojekt als Fenster in die „normale“ Welt

Im dritten Wiener Gemeindebezirk, in der Dampfschiffstraße 8, befindet sich das Lighthouse, ein Wohnprojekt für ehemals obdachlose und substanzabhängige Menschen. Insgesamt 62 Klienten, wie die Bewohner von den Betreuern genannt werden, teilen sich auf fünf intakte Wohngemeinschaften auf. Das Lighthouse möchte besonders Menschen mit multiplen Belastungen, wie HIV/Aids, Hepatitis, psychischen Krankheitsbildern, etc. ein sicherer Hafen sein.

Doch das Funktionieren eines sicheren Hafens setzt voraus, dass alle Beteiligten ihre Rechte und Pflichten kennen, wahrnehmen und auch erfüllen. Zu einer dieser Pflichten der Klienten zählt es zum Beispiel nicht nur selbst für den betreuten Wohnplatz aufzukommen (mittels Pension, Mietbeihilfe für Pensionisten, Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Sozialhilfe), sondern auch das verbleibende Geld zur Fremdverwaltung an den Betreuerstamm zu übergeben. Die Geldverwaltung bzw. -abgabe an die Klienten durch die Betreuer erfolgt drei Mal wöchentlich in „kleinen Portionen“. Damit ist die Möglichkeit für Besorgungen des täglichen Bedarfs gesichert und der nicht sinngemäße Einsatz von Geldmitteln durch die Klienten eingeschränkt.

Die individuelle Betreuung geht nach den 12 Geboten der Stabilisierung vor. Neben der relativ simplen Unterstützung bei alltäglichen Dingen wie der Haushaltsführung, der Anleitung zu Hygiene und Ungezieferbekämpfung, Haustierhaltung sowie Hilfestellung bei der Beantwortung von Amtspost uvm. erstreckt sich das Leistungsspektrum natürlich auch bis in die persönlichsten psychischen/physischen Lebensbereiche. Diese Betreuung geht von psychotherapeutischer Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Klienten über das Bereitstellen von Medikamenten bei Bettlägrigkeit bis hin zur Hilfestellung bei Problemen durch Inkontinenz.

So viel Selbstständigkeit wie möglich, so viel Hilfe wie nötig

Auch Berufstätigkeit und Freizeitgestaltung sind Themen in der betreuten Wohnanlage. Die Klienten werden in der beruflichen Orientierung und Ausbildung unterstützt. Gerade dies sind Schritte in Richtung einer solideren Alltagsstruktur. Die Klienten sind auch dazu angehalten sich bei der Mitarbeit im Haus und der Mithilfe bei Renovierungen und Restaurierungen aktiv zu beteiligen.

Betreut werden die Bewohner von fünf hauptberuflichen und fünf ehrenamtlichen Mitarbeitern, unterstützt von Praktikanten sowie Zivildienern. 

Das Lighthouse ist das einzige Projekt akzeptierender Drogenarbeit und das einzige Wohnprojekt für Menschen mit HIV und AIDS in Österreich. Es zählte zu den sechs Finalisten des World Habitat Awards 2005, der von der »Building and Social Housing Foundation« (www.bshf.org) jährlich ausgeschrieben wird und unter der Patronanz des UN-Generalsekretärs verliehen wird (www.unhabitat.org).

Kontakt

LIGHTHOUSE Wien, Verein für Menschen in Not
1030 Wien, Dampfschiffstraße 8
Tel.: (01) 315 55 55
Fax.: (01) 714 44 44
lighthouse@gmx.eu
Das Betreuungsbüro ist täglich von 8 bis 10 Uhr erreichbar
Notruf (0676) 315 55 55 – rund um die Uhr

12 Gebote der Stabilisierung

  • Tägliche psychosoziale Betreuung am Counter
  • Anleitung zur Hygiene, Bekämpfung von Ungeziefer
  • Unterstützung und Anleitung bei der Haushaltsführung
  • Beantwortung der Amtspost und Beschaffung von Dokumenten
  • Geldverwaltung und Kontoeröffnung
  • Pensionsanträge und Pflegegeld
  • Sicherung der Mobilität
  • Hilfestellung bei Polizei- und Gerichtsstrafen, Prozessbegleitung
  • Familienzusammenführung und Regelung der Alimente
  • Haltung von Haustieren
  • Psychologische Testung und Beratung
  • Psychotherapie