Welt-Drogenbericht 2014: Allgemeiner Drogenkonsum bleibt stabil – Vormarsch der Amphetamine

Parallel zum Weltdrogentag (bzw. Internationaler Tag gegen Drogenmissbrauch und Drogenhandel) der jährlich am 26. Juni stattfindet, veröffentlicht die UN-Behörde für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) einen Welt-Drogenbericht, der die aktuellen Trends und Entwicklungen im Bereich Drogen und Sucht aufzeigt. Unterschiedlichste Aspekte werden beleuchtet – von der Verbreitung und dem Konsumverhalten der verschiedenen Substanzgruppen über die Produktion und Logistik bis hin zur Bekämpfung bzw. Sicherstellung von Drogen.

 

Der diesjährige Welt-Drogenbericht zeigt zwar, dass der illegale Drogenkonsum weltweit stabil bleibt, synthetische Drogen jedoch einen starken Anstieg erleben: 34,4 Millionen Menschen konsumierten im Jahr 2012 Amphetamine – dazu gehört unter anderem auch Crystal Meth. Insgesamt konsumierten im Jahr 2012 rund fünf Prozent der Weltbevölkerung, das sind 243 Millionen Menschen, von der UNO als illegal eingestufte Substanzen;

Cannabis steht dabei an erster Stelle mit insgesamt 178 Millionen Konsumenten. Ebenfalls angestiegen ist die Zahl der sogenannten Designerdrogen. Die psychoaktiven Substanzen werden oft als Badesalz oder Düngemittel über das Internet vertrieben – mittlerweile sind 348 Substanzen zumindest bekannt. Die Zahl der Todesopfer ging im Vergleich zu 2011 zurück: 183.000 Menschen starben 2012 an den Folgen von Drogenkonsum, 2011 waren es 211.000. Als Rückschlag wird laut UN der Anstieg der Opiumproduktionen in Afghanistan gesehen. Der Anbau des Grundstoffs für Heroin ist von 2012 auf 2013 um 36 Prozent auf 209.000 Hektar angestiegen.

Die Ergebnisse des diesjährigen Welt-Drogenberichts lassen auf größer werdende Herausforderungen für die UNO schließen; vor allem hinsichtlich der Herstellung von immer wieder neuartigen synthetischen Drogen.

Drogenkonsum in Österreich ist stabil

Im aktuellen „Bericht zur Drogensituation 2013“, der jährlich von GÖG/ÖBIG im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit herausgegeben wird, finden sich keine Hinweise auf massive Veränderungen des Drogenkonsums in Österreich.

Opioidkonsum – meist in Kombination mit anderen Substanzen – dominiert nach wie vor den als problematisch bezeichneten Drogenkonsum in Österreich. Etwa 90 Prozent aller Personen in drogenspezifischer Betreuung werden aufgrund ihres Opioidkonsums behandelt. Cannabis wird nach den Opiaten am zweithäufigsten als Leitdroge genannt. Kokain spielt eine untergeordnete und neue psychoaktive Substanzen spielen im Unterschied zum Weltdrogenbericht kaum eine Rolle.

Ähnlich wie im Weltdrogenbericht ist das Thema Cannabis zu sehen, denn Cannabis ist nach wie vor die einzige illegale Droge mit einer nennenswerten Verbreitung in der österreichischen Allgemeinbevölkerung. Befragungen unter Studierenden legen jedoch nahe, dass gerade in dieser Gruppe der problematische Alkoholgebrauch eine wesentlich größere Bedeutung hat als der Konsum illegaler Drogen. Die Zahl der drogenbezogenen Todesfälle ist von 201 Fällen im Jahr 2011 auf 161 Todesfälle im Jahr 2012 zurückgegangen.