Häufig gestellte Fragen

Wie viele Opiatabhängige gibt es in Österreich?

In Österreich gibt es derzeit zwischen 28.000 und 29.000 problematisch Opiatabhängige (Quelle: Bericht zur Drogensituation 2014).

Welche Faktoren sind für eine Therapie und die Wahl einer Therapieform entscheidend?

Eine Substitutionstherapie wird nur durchgeführt, wenn es sich bei der Drogenabhängigkeit um eine Opiatabhängigkeit handelt. Wenn nicht die Opiatabhängigkeit primär ist, sondern eine andere Substanzabhängigkeit, dann wird nicht substituiert. Ebenso wird normalerweise bei Jugendlichen oder Patienten mit sehr kurzer Drogenkarriere keine Substitution durchgeführt. Zeigt der Patient keinerlei Motivation bzw. ist er nicht bereit sich an Regeln zu halten, wird er nicht in ein Substitutionsprogramm aufgenommen.

Wie hoch sind die Erfolgsquoten bei den einzelnen Therapiemöglichkeiten?

Erfolg ist immer individuell zu beurteilen. Bei manchen Opiatabhängigen ist es bereits ein Erfolg, sie in eine Krankenversicherung einzubinden, die Übernahme in eine Substitutionsbehandlung oder die Übermittlung auf eine stationäre Entzugsstation. Aussagen über erfolgreiche Entzugsbehandlungen sind generell schwierig zu treffen, da es kaum langfristige Untersuchungen nach Beendigung einer Entzugstherapie gibt. Wichtig ist es, nicht zu große sondern kleine Ziele zu definieren und zu versuchen diese zu erreichen.

Was ist Komorbidität?

Neben der Sucht, körperlichen und sozialen Problemstellungen befinden sich unter den Drogenpatienten viele Menschen mit einer ausgeprägten psychischen Störung. Man spricht hier von Komorbidität, Dualdiagnosen oder Doppeldiagnosen (Diagnose von zwei oder mehreren gleichzeitig, nebeneinander oder nacheinander auftretenden Erkrankungen).

Welche Faktoren bestimmen den Therapieerfolg?

Wichtig ist, dass sich der Patient nicht zu große Ziele setzt. Zuerst sollte versucht werden, kleinere Ziele zu erreichen - das steigert die Motivation.

Entzug oder Substitution - was ist besser?

Der Vorteil an einer Substitutionstherapie ist, dass die Patienten ›greifbar‹ sind. Nach einem Entzug gehen viele verloren, wenn sie wieder draußen sind. Im Rahmen einer langfristigen Substitutionstherapie bleibt man mit den Patienten in Kontakt. Ein Entzug ist für den Betroffenen meist langwierig und sehr schmerzlich. Besteht allerdings keine körperliche Abhängigkeit mehr, kann die Sucht unter Kontrolle gebracht werden. Soziale Probleme wie Arbeitslosigkeit oder Obdachlosigkeit können nur selten gelöst werden und so ist die Gefahr eines Rückfalls in den Drogenkonsum wahrscheinlich. Sinnvoll ist daher eine anschließende Entwöhnungstherapie, bei der die psychischen Faktoren der Abhängigkeit behandelt werden.

Therapie statt Strafe - was heißt das?

Die Staatsanwaltschaft kann je nach Schwere eines Delikts - meist im Zusammenhang mit dem Handel von illegalen Drogen - beurteilen, ob mit der Zuweisung in eine Therapieeinrichtung die Strafanzeige zurück gelegt, oder aber auch gegebenenfalls eine Haftstrafe aufgeschoben wird und nicht angetreten werden muss. Wenn der Betroffene die Therapie von sich aus abbricht, oder nicht zu Ende führen will, kann das bedeuten, dass er den Rest der Strafe tatsächlich abzusitzen muss.

Was bedeutet »Niedrigschwelligkeit«?

Niedrigschwelligkeit bedeutet, dass der Zugang und der Anspruch auf Angebote in bestimmten Hilfseinrichtungen für Klienten und Patienten nicht vom Erreichen bestimmter Ziele bzw. dem Verfolgen eines bestimmten Weges (z.B. Abstinenz) abhängig gemacht werden. Außerdem müssen solche Angebote gut zugänglich und leicht erreichbar sein.