Harm Reduction – ein zeitgemäßer Betreuungsansatz

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Dr. med. Hans Haltmayer
Ärztlicher Leiter – Ambulatorium Ganslwirt, VWS Wien

Unter Harm Reduction werden schadensmindernde Maßnahmen zusammengefasst, die Leid und Folgeschäden im Zusammenhang mit dem Gebrauch von (illegalen) Drogen verhindern sollen. Neben wichtigen Schwerpunkten, wie der Abgabe steriler Spritzenutensilien oder der Bereitstellung kostenloser Impfstoffe (Hepatitis A/B, Grippe, etc.), müssen die Aktivitäten aber auch auf andere Bereiche ausgeweitet werden. Entstigmatisierende Maßnahmen sollen der sozialen Ausgrenzung Betroffener entgegenwirken, Konsumräume die Verbreitung von Infektionserkrankungen reduzieren und den einsamen Tod durch Überdosierung verhindern helfen. Und schließlich müssen große Anstrengungen unternommen werden, um die Substitutionsbehandlung hinsichtlich der verwendeten Substanzen (Stichwort: heroingestützte Behandlung) und der Abgabeformen (Stichwort: intravenöse Substitution) weiter auszudifferenzieren. Die Behandlungsquote bei Opiatabhängigen von aktuell einem Drittel muss deutlich gehoben werden. Beispiele aus dem Ausland (Deutschland, Schweiz, Holland) zeigen gangbare Wege mit ermutigenden Ergebnissen und wissenschaftlich belegter Wirksamkeit.