Opiate: Medizinischer Nutzen versus Gefahr

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Univ.-Prof. Mag.pharm. Dr.phil. Eckhard Beubler
Stv. Leiter des Instituts für Experimentelle u. Klinische Pharmakologie
Karl-Franzens-Universität Graz

Opiate zeigen dem Menschen ein Janusgesicht – in der Schmerztherapie sind sie wegen ihrer hervorragenden Wirkung und den wenigen Nebenwirkungen unverzichtbar, im Missbrauch bringen sie für viele, hauptsächlich junge Menschen, unsagbares Unglück. Dennoch ist die Abhängigkeit von Opiaten anders zu bewerten als andere Abhängigkeiten. Es ist die einzige Abhängigkeit, für die es eine wirksame Therapie gibt. Das wiederum hängt damit zusammen, dass es körpereigene Opioide gibt und die Zufuhr von außen in noch so hoher Dosis bei chronischen Bedingungen keine gesundheitlichen Probleme hinterlässt.

Wie jede Arzneitherapie ist aber auch die Therapie mit Opioiden von Gefahren begleitet. Wenn die opioid-naive Freundin eines Substitutionspatienten dessen Dosis bei sich probiert, ist sie tot. Wenn ein Kind das Herzglykosid der Großmutter schluckt ist es auch tot. Jährlich sterben in Österreich etwa 2.000 bis 3.000 Patienten an Arzneimitteln. Unter diesem Aspekt erscheint die Substitutionstherapie extrem sicher, und dieses Buch soll den Boden für bessere Akzeptanz bei allen Betroffenen und auch bei den nicht Betroffenen verbessern.