Therapie statt Strafe

Soyer / Schumann (Hg.)

Gesundheitsbezogene Maßnahmen bei Substanzabhängigkeit und Suchtmittel(straf)recht

Substanzabhängigkeit ist eine chronische psychiatrische Erkrankung. Delinquenz Substanzabhängiger ist ein gesellschaftliches Problem.

Ein interdisziplinäres Team aus Medizinern, Psychologen, Juristen und Gesundheitsökonomen untersucht in der vorliegenden Studie, ob und wie das österreichische Suchtmittel(straf)recht der Substanzabhängigkeit als einer Krankheit Rechnung trägt, effektive Therapiechancen bietet und zur Prävention von Suchtgiftkriminalität beiträgt. Die Straftatbestände des Suchtmittelrechts sowie die Möglichkeiten und Voraussetzungen eines Ausstiegs aus der Strafverfolgung zugunsten gesundheitsbezogener Maßnahmen werden analysiert, die Rahmenbedingungen zur Erbringung solcher Leistungen auf den Prüfstand gestellt. Empirische Daten substanzabhängiger Straftäter werden ebenso ausgewertet wie die Erfahrungen und Empfehlungen von Richtern, Therapeuten, Strafvollzugsbediensteten und anderen Praktikern. Es wird der Versuch unternommen, die Kosten der Strafverfolgung den Kosten medizinischer Intervention gegenüberzustellen, um eine effektive Ressourcenallokation zu unterstützen.

Typische Entscheidungsfaktoren für oder gegen die Anwendung des Grundsatzes Therapie statt Strafe werden herausgearbeitet, Fehleinschätzungen und Kommunikationsdefizite im Dialog zwischen Medizinern und Juristen offengelegt. Aus den gewonnenen Erkenntnissen werden Empfehlungen abgeleitet, die zu einer für den Betroffenen und die Gesellschaft effektiven Anwendung des Grundsatzes Therapie statt Strafe beitragen sollen.

Buchcover: Therapie statt Strafe