Therapieformen

Aufgrund der Komplexität der Opioidabhängigkeit kommen sinnvollerweise eine Reihe von unterschiedlichen medikamentösen und nicht-medikamentösen Behandlungen und Interventionen zum Einsatz, wie z. B. psychosoziale Betreuung und Psychotherapie.

Der hohe Stellenwert der Substitutionsbehandlung in diesem Spektrum ist jedoch unbestritten. Die Langzeiterhaltungstherapie mit begleitender Psychotherapie wird nicht nur als State-of-the-Art-Therapie

bezeichnet (Fischer und Kayer 2006), in etlichen Studien wird sogar der Schluss gezogen, dass die Substitutionsbehandlung bei sehr schwerer Drogenproblematik und zumindest in der ersten Behandlungsphase

einer abstinenzorientierten Therapie vorzuziehen sei. Laut WHO ist eine Erhaltungstherapie mit Opioidagonisten in Kombination mit psychosozialen Interventionen die effektivste Behandlungsform der Opioidabhängigkeit.

Eine Substitutionsbehandlung kann in verschiedenen Settings und mit unterschiedlichen Zielsetzungen erfolgen. Möglich ist die Anwendung als:

  • Erhaltungstherapie (mittels langfristiger Verabreichung von Substitutionsmitteln)
  • Überbrückungstherapie (bis zur Aufnahme einer abstinenzorientierten Therapie)
  • Reduktionstherapie (zur kontinuierlichen Reduktion der Dosis)

Als großer Erfolg ist zu werten, dass die Zahl der Substitutionspatienten weiter steigt: Im Jahr 2016 erhielten 18.222 Personen mit risikoreichem Drogenkonsum eine Substitutionstherapie. Das sind bereits 57 Prozent der geschätzten 29.000 bis 33.000 Betroffenen.

Quelle: Opioidabhängige Personen (in Substitutionsbehandlung), ÖBIG-Bericht 2017