Cannabiskonsum während der Methadontherapie erhöht bei Frauen die Rückfallrate

 

Während der Methadonsubstitution konsumieren viele PatientInnen Cannabis. Dadurch wird aber die Gefahr erhöht, während der Behandlung wieder auf illegale Opioide zurückzugreifen. Frauen sind außerdem anfälliger dafür. Während der Methadonbehandlung wäre also ein systematisches Cannabis-Screening und eine zusätzliche Suchtberatung empfehlenswert, um die Rückfallrate weiter zu reduzieren, schreiben ForscherInnen der kanadischen McMaster University in einem Artikel in Biology of Sex Differences.

Die WissenschaftlerInnen untersuchten geschlechtsspezifische Unterschiede im Zusammenhang von Cannabiskonsum und illegalem Opioidgebrauch während der Methadontherapie. Das Sample umfasste 414 Männer und 363 Frauen zwischen 18 bis 65 Jahren, die sich einer Substitutionstherapie unterzogen.

Es stellte sich heraus, dass Männer (rund 60 Prozent) häufiger als Frauen (rund 44 Prozent) während der Behandlung Cannabis nutzten. Auch die Dosierung und die Frequenz waren bei Männern höher. Gleichzeitig war aber die Verwendung von illegalen Opioiden bei Männern im Gegensatz zu den Frauen nicht signifikant mit dem Cannabiskonsum assoziiert.

Frauen erlebten außerdem häufiger psychische und physische Probleme in diesem Zusammenhang. Ursache könnte laut den AutorInnen die Verwendung von Cannabis sein. Sie plädieren daher für geschlechtsspezifische Behandlungs- und Beratungsprogramme.

Diese Problematik sollte außerdem bei der Diskussion um die Cannabis-Legalisierung nicht außer Acht gelassen werden. Der erleichterte Zugang zu Cannabisprodukten könnte besonders für SuchtpatientInnen eine schwere, kaum bewältigbare Hürde auf dem Weg zur Abstinenz darstellen.

 

Quelle: Biology of Sex Differences online http://bsd.biomedcentral.com/articles/10.1186/s13293-017-0130-1