Gestörte Neubildung von Nerven spielt bei Suchtverhalten eine Rolle

 

Die Sucht beginnt bekanntlich im Gehirn. Laut französischen Forschern (Universität Bordeaux) könnte das Abhängigkeitsverhalten mit einer reduzierten Neubildung von Nervenzellen (Neurogenese) zusammenhängen.

In ihrer Arbeit gingen die Wissenschaftler von der Tatsache aus, dass eine anormale Nervenneubildung das Risiko für neuropsychiatrische Störungen wie Gedächtnisstörungen und Stimmungsschwankungen erhöht; zwei Schädigungen, die oft mit exzessivem und unkontrolliertem Genuss von Suchtmitteln einhergehen.

Die Wissenschaftler unterteilten für ihre Experimente Mäuse in zwei Gruppen: In gesunde sowie genetisch modifizierte Mäuse, bei denen die Neurogenese nur eingeschränkt verläuft. Anschließend wurde den Tieren beigebracht, sich selbst mit Kokain zu versorgen.

Der Grad der Abhängigkeit stieg mit dem Grad der Komplexität der zu erfüllenden Aufgaben, um an Kokain zu gelangen. Einige Zeit später setzten sie die Mäuse auf Entzug, um sie wiederum wenige Wochen später erneut in Versuchung zu führen. Ergebnis war, dass die genetisch modifizierten Mäuse ein höheres Rückfallrisiko aufwiesen. Für die Forscher war damit ein Zusammenhang zwischen verminderter Neurogenese und Suchtverhalten deutlich bemerkbar.

Die Ergebnisse würden neue Wege für ein besseres Verständnis des Suchtverhaltens darlegen, erklären die Wissenschaftler. Das gelte vor allem für Jugendliche, bei denen sich das Gehirn noch in einer Phase der Reifung befindet, die insbesondere durch eine sehr hohe Nervenbildung gekennzeichnet ist.

Quelle: https://www.nature.com/articles/s41380-018-0038-0