Substitutionsprogramm

Eine Substitutionstherapie wird nur durchgeführt, wenn es sich bei der Drogenabhängigkeit um eine Opiatabhängigkeit handelt. Wenn nicht die Opiatabhängigkeit primär ist, sondern eine andere Substanzabhängigkeit vorliegt, wird nicht substituiert. Ebenso wird normalerweise bei Jugendlichen oder PatientInnen mit sehr kurzer Drogenkarriere keine Substitution durchgeführt. Zeigen PatientInnen keinerlei Motivation bzw. sind sie nicht bereit sich an Regeln zu halten, werden sie nicht in ein Substitutionsprogramm aufgenommen.

Die Substitutionstherapie wird normalerweise mit einer Drogenberatungsstelle durchgeführt. Sie setzt sich mit den psychosozialen Faktoren der Abhängigkeit auseinander. Oft wird die Drogenabhängigkeit von einer psychischen Störung begleitet. Aus diesem Grund kann ein zu schneller Entzug negative Folgen haben, da eine Nichtbehandlung der Begleiterkrankungen die Rückfallwahrscheinlichkeit erhöht. Zusätzlich hängt die Auswahl des Substitutionsmittels von der Art der psychischen Störung ab.

Wichtig sind die Abklärung, Diagnose, Indikationsstellung und Durchführung der Behandlung in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen ÄrztInnen. Substitutionseinrichtungen sollten als Fachzentren verstanden werden, die für schwierige PatientInnen und spezielle Fragen zur Verfügung stehen.

Dr. Peter Skriboth, Ärztliche Leitung Dialog / IS Wassermanngasse

Die Aufnahme in ein Substitutionsprogramm

Suchtkranke Menschen werden in der Regel über eine Drogenambulanz oder einen erfahrenen Arzt bzw. Ärztin in ein Substitutionsprogramm aufgenommen. Die Dosis des Substitutionsmittels wird gemeinsam mit der bzw. dem PatientIn individuell festgelegt und erfolgt nach Einschätzung bzw. Aussagen der bzw. des PatientIn.

Um in ein Substitutionsprogramm aufgenommen zu werden, müssen Betroffene bestimmte Kriterien erfüllen. PatientInnen müssen oft einen Behandlungsvertrag unterschreiben, der u.a. auch regelmäßige, kontrollierte Harn-Analysen vorschreibt. Nur so kann kontrolliert werden, ob die PatientInnen weitere Drogen konsumieren.

Eine Substitutionstherapie wird für mindestens zwei Jahre empfohlen, um erfolgreich zu sein. Im Laufe der Behandlung wird die Dosis des Substitutionsmittels langsam verringert. Meist bleibt es jedoch bei einer langfristigen Therapie.

Der Ablauf des Programms

PatientInnen besuchen etwa 3 bis 4 mal wöchentlich einen Arzt bzw. seine Ärztin oder die Drogenberatungsstelle. Parallel dazu wird häufig eine Psychotherapie gemacht. Existieren zusätzliche Krankheiten, finden die Termine häufiger statt. Eine stationäre Behandlung erfolgt nur bei einem sehr schlechten körperlichen Zustand.

Oft wird die Dosis mehrmals verändert bis sich die bzw. der PatientIn wohlfühlt. Eine zu hohe Dosierung führt zu einer starken Beeinträchtigung, während eine zu niedrige Einstellung oder ein für die drogenkranke Person ungeeignetes Substitutionsmittel das Verlangen nach Beikonsum anderer Drogen steigern kann. Die Kontrolle während der Therapie erfolgt über Harntests.

Patient_Innen in der Therapie halten

Ist die bzw. der PatientIn nicht in der Lage Regeln einzuhalten bzw. betreibt sie oder er wiederholt starken Missbrauch, kann er aus dem Programm ausgeschlossen werden. Ausführliche Therapiegespräche und ein Vertrauensverhältnis zwischen Ärztin bzw. Arzt und PatientIn haben jedoch den Zweck, die Motivation zu steigern. Ziel ist es, die PatientInnen im Substitutionsprogramm zu halten.